Strindberg, August

Er gilt als das "enfant térrible" der schwedischen Literatur - August Strindberg, der berühmt-berüchtigte Sohn Stockholms. Der 1849 als Spross einer alteingesessenen Stockholmer Familie geborene Strindberg war schon zu Jugendzeiten nicht gerade umgänglich. Er studierte in Uppsala, wollte jedoch Schauspieler werden und wandte sich schließlich dem Schreiben zu. Der als "junger Wilde" verschriene Strindberg zwang sich schließlich zu einer normalen bürgerlichen Existenz und arbeitete als Angestellter der Königlichen Bibliothek und nebenher als freiberuflicher Journalist. Bei seiner Arbeit für die Zeitung kam er mit sozialistischem Gedankengut näher in Berührung als ihm gut tat, was ihm harsche Kritik einbrachte. Mit sich und der Welt in Unfrieden verließ Strindberg Stockholm und ging 1883 nach Frankreich, Deutschland, Dänemark und in die Schweiz. Eine Nervenkrise brachte ihn nach Schweden zurück, wo er sich im Schärengarten vor den Toren Stockholms niederließ. Doch selbst in dieser idyllischen Umgebung fand der unstete Geist keine Ruhe.

Er trennte sich von seiner Frau und reiste nach Berlin und Paris, wo er sich mit Künstlern und Philosophen austauschte. Eine Schaffenskrise trieb ihn wieder nach Stockholm zurück, wo er seine zweite Frau heiratete, von der er sich jedoch bald wieder scheiden ließ. Er verliebte sich ein letztes Mal, doch auch diese dritte Ehe scheiterte. Strindberg starb als zutiefst verbitterter Mensch und wurde von über 40.000 Stockholmer Bürgern auf seinem letzten Weg begleitet. In seinem 40 Jahre währenden literarischen Schaffen brachte er etwa 120 Werke zustande. Dramen, Essays, autobiografische Werke und Gedichte gehörten zu dem breiten Spektrum seines Wirkens. Dreh- und Angelpunkt seiner meist sozialkritischen Werke war die Kritik an Staat, Religion und Gesellschaft, die zuweilen auch noch die Presse und die Universität mit einbezog. Auch seine Probleme mit Frauen, die oft schon als Frauenhass bezeichnet wurden, spiegelten sich in seinen Dramen in verschiedenen Variationen wieder. Doch neben seinen aktuellen Themen nahm sich Strindberg auch der Vergangenheit seines Vaterlandes an - so entstanden diverse Dramen über große Schweden wie die Königin Christine und König Gustav Adolf. Selbst lange nach seinem Tod war Strindberg noch immer Thema bei lebhaften Debatten in literarischen Zirkeln, zu deren berühmtesten wohl die sogenannte "Strindbergfehde" zählt.