Stortorget

Er ist zwar nicht besonders groß, doch dafür umso geschichtsträchtiger - der Stortorget, Stockholms einstiger Marktplatz im der farbenfrohen Gamla Stan. Auch ohne Kenntnis über die Ereignisse, die sich vor langer Zeit hier abgespielt haben, spürt man, dass dieser Platz etwas Besonderes ist. Die wunderschönen Fassaden und Giebel der Gebäude auf der Westseite des Stortorget, dazu die gemütlichen Cafés im Erdgeschoss der Häuser lassen auf eine geradezu idyllische Vergangenheit des Platzes schließen. Doch der Schein trügt. Was heute das wohl am häufigsten fotografierte Stadtmotiv darstellt, war gegen Ende des Jahres 1520 der Schauplatz einer grausigen Bluttat. Als der dänische König Christian "Tyrann" II. die Hinrichtung von über 80 Mitgliedern der Stockholmer gehobenen Gesellschaft anordnete, wurden die Verurteilten auf diesem Platz im wahrsten Sinne des Wortes einen Kopf kürzer gemacht. Das legendäre Stockholmer Blutbad färbte den Boden des Stortorget blutrot und brachte dem König nur einen wenige Jahre andauernden "Erfolg". Es kann übrigens kein Zufall sein, dass im Haus Stortorget 20 genau 82 weiße Steine eingelassen wurden.

Ein ebenso dominierendes wie bedeutendes Gebäude ist die ehemalige Börse, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts von König Gustav III. eingeweiht wurde. Viele Jahre lang waren unter dem Dach dieses Gebäudes sowohl die Börse als auch die Schwedische Akademie beheimatet. Seit 2001 befindet sich das Nobelmuseum in diesem Haus, das zwar recht interessant ist, jedoch mit seinem verheißungsvollen Namen mehr verspricht, als die darin ausgestellten Exponate halten können. Sehenswert ist die Hauswand Ecke Prästgatan/Kakbrinken. Im 11. Jahrhundert wurde in diese Wand ein Runenstein eingemauert, dessen Funktion man jedoch nicht mehr nachvollziehen kann. Alles in allem ist der Stortorget ein malerisches Juwel der schwedischen Metropole, von dessen mittelalterlichem Charme man sich bereitwillig verzaubern lassen sollte.