Stadthaus

Im Gegensatz zur belebten Gamla Stan wirkt der Stadtteil Kungsholmen eher ruhig und beschaulich. So mag es fast schon erholsam sein, sich das wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt liegende Stadthaus zu Gemüte zu führen. Das Stadthaus kann im Vergleich mit anderen repräsentativen Gebäuden Stockholms nicht als "historisch" bezeichnet werden. Das burgähnliche im Renaissancestil gehaltene Bauwerk wurde 1923 nach 12-jähriger Bauzeit eröffnet. Es hat schon etwas von einer Festung und wirkt umso beeindruckender, je näher man dem gewaltigen dunkelroten Klinkerbau kommt. Bei diesem Gebäude, das zu einem der markantesten Wahrzeichen dieser Stadt zählt, wurde die stolze Menge von acht Millionen Backsteinen verbaut - wer mag, kann nachzählen… Das Stadthaus dient - wie der Name besagt - städtischen Repräsentationszwecken.

Im ehemaligen Ratssaal, in dem heute der Stockholmer Gemeinderat tagt, ist allein die offene Dachkonstruktion sehenswert. Die Blaue Halle, die zwar nie blau war, ihren Namen dennoch behielt, ist ein gewaltiger gedeckter Innenhof mit Säulengang. Dagegen strahlt es dem Besucher im Goldenen Saal tatsächlich golden entgegen: Mehr als 18 Millionen bunte Steinchen wurden hier zu einem prachtvollen Mosaik auf goldenem Grund zusammengesetzt. In dieser würdigen Umgebung tafeln alle Jahre wieder die frisch gekürten Nobelpreisträger im Rahmen eines feierlichen Banketts. Besonders beeindruckend ist der Blick von dem über 106 Meter hohen Turm auf die Stadt hinunter - wer steil hinabblicken mag und kann, hat aus dieser Höhe einen optimalen Überblick auf die kunstvoll angelegten Parkanlagen des Stadthauses. Die Turmbesteigung ist ein absolutes Muss, selbst wenn man dafür eine längere Wartezeit in Kauf nehmen muss. Der Park ist mit Skulpturen des Künstlers Carl Eldh gar prächtig geschmückt und dementsprechend gern und ausgiebig von Touristen besucht. Auch hier gilt, frühes Erscheinen sichert eine geruhsame Besichtigung des Parks und einen besinnlichen Moment am Wasser. Anschließend kann man sich immer noch den Touristenströmen zum Rundgang durch die Räume des Stadthauses anschließen.