Schärengarten

Wer noch einige Tage an seinen Stockholm-Aufenthalt anhängen kann, sollte einen Besuch des legendären Schärengartens nicht versäumen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Park oder Wald, sondern um rund 24.000 Inseln, die eine eigene fast märchenhafte Welt bilden. Erreichen kann man die Schären natürlich nur mit dem Schiff, dem sogenannten Schärendampfer. Eine Wochenkarte ist immer günstiger als Einzelfahrten, doch ist eine Tagestour immerhin schon ein Einstieg in die Entdeckung der unzähligen Inselchen. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Stockholmer die Schären für sich und errichteten ihre Sommerhäuschen auf dem bis zu zwei Milliarden Jahre alten Gestein.

Im Gegensatz zu den mit Wald bewachsenen Holmen sind die Schären vegetationslos und bestehen nur aus von Eis und Gezeiten abgeschliffenen Klippen. Die Schärengärten mit ihren vielen tausend Inseln ist ein wahres Paradies für Paddler und Segler, obwohl nur etwa 150 Inseln ganzjährig bewohnt sind. Doch über 50.000 Sommerhäuser und unzählige am Ufer dümpelnde Boote machen diese einzigartige Insellandschaft zu einer einzigen großen Sommerfrische für die Stockholmer und ihre Gäste. Die Fähren zu und entlang der Schären unterliegen ihren eigenen manchmal schwer durchschaubaren Gesetzen. Oft muss man seinen Mitfahrwunsch telefonisch anmelden, weil die Schiffe ansonsten weiterfahren würden, ohne an jeder einzelnen Insel anzulegen. Doch mit einer Rundfahrt, die selbstverständlich auch "Landgänge" einschließt, kann man auch als ungeübter Schärenbesucher nichts falsch machen. Jeder Passagier wird wieder an Bord genommen und zum Ausgangspunkt - Stockholm - zurückgebracht. Preislich gibt es große Unterschiede, je nach Umfang und Leistung der gewählten Tour. Möchte man einige Zeit auf den Schären verbringen, sollte man sich rechtzeitig um eine Unterkunft bemühen, es sei denn, man hat ein Zelt im Handgepäck. Etwas Proviant im Rucksack ist auch kein Fehler, da die Preise auf den Inseln durchaus dem gehobenen Niveau angehören und es nicht überall alles zu kaufen gibt. Ein Tipp: Besonders in der trockenen Sommerzeit ist Trinkwasser oft knapp und man sollte sorgsam damit umgehen.