Riddarholmen

Überquert man beim Riddarhus den Riddarholmskanal, kommt man auf die "Insel der Ritter", eine der vielen Inseln, auf der das Stadtgebiet Stockholms verteilt ist. Riddarholmen ist zugleich die Insel mit den spektakulärsten Adelspalästen, die heute zumeist als Regierungsgebäude fungieren. Hier geht es etwas ruhiger zu als im übrigen Stadtgebiet, so dass man sich auf der am Riddarfjärden gelegenen Oase eine Ruhepause gönnen kann. Wo einst Graumönche in ihrem Kloster wirkten, ließ Gustav Vasa die Insel befestigen und Verwaltungen sowie andere staatliche Einrichtungen hierher verlegen. Anstatt der Ordensbrüder waren nun reiche Adlige die Herren der Insel, die deshalb auch ihren Namen "Ritterinsel" erhielt.

Die Hauptattraktion der Insel ist die Riddarholmskyrkan, die vom Ende des 13. bis Anfang des 15. Jahrhunderts erbaute Begräbniskirche der schwedischen Könige. Mit Ausnahme von einigen wenigen liegen hier alle verstorbenen Monarchen des Königreichs begraben. Sehenswert sind die in mehreren Grabkapellen aufgestellten prachtvoll verzierten Sarkophage und die kunstvoll verzierten Wappenschilde des Seraphinerordens. Direkt vor der Kirche liegt der Birger Jarls Torg, der mit seinem wunderschönen Kopfsteinpflaster das romantische Zentrum der Insel darstellt. Es ist eigenartig - mitten zwischen den Regierungsgebäuden und beeindruckenden Adelshäusern ist der Platz doch beinahe menschenleer. Kämen nicht die Touristen busweise oder in losen Gruppen, wäre hier so gut wie gar nichts los. Einheimische kommen selten hierher, es sei denn, sie arbeiten in einem der Verwaltungsgebäude. Gerade deshalb ist der Platz ein Ort der Ruhe und Besinnung, den man genießen sollte, bevor man sich wieder ins Gedränge der Stockholmer Altstadt stürzt. Auf dem Weg zurück kann man noch einen Blick auf die schönen Paläste dieser Insel werfen: Der Wrangelska Palatset, der der königlichen Familie als Asyl diente, nachdem ihr Schloss abgebrannt war, das Palais Hessenstein und das Schering-Rosenhane-Palais; sie alle liegen am Birger Jarls Torg und lohnen auch einen längeren Blick. Nur zur Walpurgisnacht ist auf diesem Platz im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los. Dann wird auf dem ansonsten ruhigen Riddarholmen sehr feuchtfröhlich vom langen Winter Abschied genommen.