Nobelpreis

Was wäre Stockholm ohne die jährliche Verleihung des Nobelpreises? Diese Institution ist zwar nicht so alt, doch andererseits auch nicht mehr aus Schwedens Hauptstadt wegzudenken. Als der schwedische Erfinder und Unternehmer Alfred Nobel am 10. Dezember 1896 starb, hinterließ er das auch für heutige Verhältnisse noch enorme Vermögen von 33 Millionen Kronen. Seine entferntere Verwandtschaft freute sich schon königlich, denn Nobel hatte keine Kinder, als die Testamentseröffnung den Traum vom Reichtum wie eine Seifenblase platzen ließ. Nobel verfügte, dass eine Stiftung gegründet wurde, die alljährlich Geldpreise für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auszahlen sollte.

Wahrscheinlich war es das Gewissen, das den Erfinder des Dynamits ein wenig drückte. Nobel ahnte, dass sein Sprengstoff nicht nur für friedliche Zwecke eingesetzt würde und wollte mit seiner Stiftung eine Art Wiedergutmachung leisten. Bereits fünf Jahre nach seinem Tod wurde am 10. Dezember 1901 der Nobelpreis für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden verliehen, wobei besonders letzterer dem Begründer sehr am Herzen gelegen hatte. Die Preisverleihung erfolgte stets vom König höchstpersönlich in feierlichem Rahmen mit anschließendem Empfang in der "Blauen Halle" des Stockholmer Rathauses, das zwar rot ist, was jedoch niemanden stört. Nur der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen. Unzählige Anekdoten ranken sich um diesen begehrten Preis. So wurde der berühmte Arzt Ferdinand Sauerbruch zwar 54-mal nominiert, erhalten hat er den Nobelpreis jedoch nie. Auch Stalin wurde für seine Bemühungen, den Zweiten Weltkrieg zu beenden, vorgeschlagen… Dafür gelang es der Physikerin und Chemikerin Marie Curie gleich zweimal, ihrem Ehemann, ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn jeweils einmal, die begehrte Auszeichnung zu erhalten, was beinahe schon an ein Familienunternehmen denken lässt. Es soll auch gemunkelt werden, dass Alfred Nobel den Preis einzig für die von ihm verehrte Bertha von Suttner stiftete, die 1905 für ihre pazifistischen Bemühungen den Friedensnobelpreis erhielt.