Nationalmuseum

In Blasieholmen, nordwestlich der Altstadt, liegt Schwedens größtes Kunstmuseum, das schon von außen ein Augenschmaus darstellt. Das 1866 eingeweihte Nationalmuseum wurde im Stil der florentinischen und venezianischen Renaissance erbaut und ist schon deshalb ein architektonisches Kleinod. Der Grundstock der über 16.000 Exponate wurde bereits im 16. Jahrhundert von Gustav Vasa mit seiner königlichen Sammlung auf Schloß Gripsholm gegründet. Die durch Schenkungen, Erwerbungen und Kriegsbeute rasch anwachsende Sammlung wurde jedoch zum Teil von der abgedankten Königin Kristina Mitte des 17. Jahrhunderts mit nach Rom genommen.

Ein weiterer Teil ging beim Brand des königlichen Schlosses im Jahr 1697 in den Flammen unter. Doch kamen im Laufe der Zeit weitere Kunstschätze dazu, so dass in Stockholm eines der ersten öffentlichen Kunstmuseen wohlbestückt seine Pforten öffnen konnte. Vertreten sind schwedische Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Carl Larsson und Anders Zorn. Sogar August Strindberg hat sich hier als Maler verewigt, wobei seine schriftstellerischen Leistungen wohl eher überwiegen. Die Sammlung französischer Werke aus dem 18. Jahrhundert zählt weltweit zu den umfangreichsten und bedeutendsten. Rodin, Manet, Degas und Gauguin können hier ebenso bewundert werden wie Rembrandt, Rubens, Goya, Hals oder Cranach. Nicht minder interessant ist die Ausstellung über Kunstgewerbe, Design und Industriedesign, die Werke aus dem 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart zeigt. Auch Zeichnungen und Drucken vom späten Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Abteilung gewidmet. Seit einigen Jahren befindet sich auch die berühmte Gustavsberg-Porzellansammlung unter dem gewaltigen Dach des Nationalmuseums. Wer seine Aufnahmefähigkeit an Kunstgenuss erschöpft hat, mag sich im wunderschönen Café Atrium im Innenhof des Museums eine wohlverdiente Erholungspause gönnen. Übrigens, das stilvolle Café im Atrium ist auch ohne einen Museumsrundgang einen Besuch wert.