Geschichte

Die Geschichte der 1252 erstmals urkundlich erwähnten Stadt Stockholm geht der Sage nach auf den schwedischen Regenten Birger Jarl zurück. Dieser unterzeichnete in eben diesem Jahr einen Klosterschutzbrief mit dem Zusatz "gegeben in Stockholm". Etwa zur gleichen Zeit datiert auch ein Dokument über ein Handelsabkommen Stockholms mit der Hansestadt Lübeck. Über den Namen ist man sich nicht ganz einig, doch gibt es eine recht schlüssige Theorie, wonach die Wasserwege einst mit Holzpfählen abgegrenzt wurden, was schwedisch "Stock" bedeutet. Dazu kommt das schwedische Wort für Insel "Holmen" und fertig war Stockholm. Mit seinen starken Wehr- und Befestigungsanlagen wuchs Stockholm rasch zu einem bedeutenden Handelsplatz heran. Als der Dänenkönig Christian II. den schwedischen Reichsverweser Sten Sture besiegte, kam es zu dem berüchtigten Stockholmer Blutbad von 1520, wo 82 Bürger mitten auf dem Markplatz geköpft wurden. Gustav Vasa vertrieb die Dänen und zog 1523 als stolzer Sieger in der Hauptstadt ein. Als Anhänger der Reformation ließ Gustav das Klara Kloster niederreißen, da er angeblich die Steine für neue Befestigungsanlagen benötigte. Obwohl er sich mit diesen antiklerikalen Maßnahmen nicht sehr beliebt machte, hat Stockholm diesem Herrscher viele durchgreifende Reformen und Erneuerungen zu verdanken. Stockholm erlangte bald den Status einer kosmopolitischen Metropole, was maßgeblich mit dem Dreißigjährigen Krieg und den anschließenden Gebietserweiterungen verbunden war. Schweden entwickelte sich zur europäischen Großmacht, was wiederum der Stadtentwicklung Stockholms zugute kam.

Der Großbrand von 1625 brachte der Stadt jedoch einen schweren Rückschlag, den man jedoch geschickt zu nutzen wusste: Neue Straßenführungen und große, repräsentative Gebäude waren das Ergebnis des Wiederaufbaus. Mit der Niederlage Schwedens im Großen Nordischen Krieg 1721 verlor das Land seine Vormachtstellung, was sich wiederum auf seine Hauptstadt auswirkte. Flüchtlingsströme, ehemalige Soldaten und hungernde Bauern zogen in die Stadt; das mehrmalige Ausbrechen der Pest tat ein Übriges, um Stockholm immer mehr verkommen zu lassen. Die Industrialisierung brachte der von Pest und Cholera geschwächten Stadt schließlich den ersehnten Aufschwung. Mit Dampfmaschinen, Straßenbeleuchtung, großen Prachtstraßen und Boulevards kam Stockholm äußerlich wieder zu Glanz, während ein funktionierendes Gesundheitssystem und soziale Errungenschaften auch das innere Wohlbefinden stärkte. Als Verwaltungszentrum und Residenz ist Stockholm die unangefochtene Hauptstadt von Schweden, die sich gern als politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Nabel ihres Landes bezeichnet.